Münchener Abendzeitung

Wenn Frauen mit einem Männermythos spielen.
Ein neues Theater am Hauptbahnhof: das Zentraltheater spielt „Moby Dick“ nach Herman Melville.
(...) Regisseur ist Ulf Goerke, der sein Handwerk in Berlin an der Ernst Busch Schule und der Münchener Theaterakademie lernte. Dafür ist das Ensemble komplett hausgemacht: Alle sieben Darstellerinnen liegen gerade kurz vor ihrem Abschluss bei Zerboni.(…) Doch in den anderthalb Stunden, auf denen der umfängliche Abenteuerroman um den weißen Wal zusammen gedampft wurde, ist von Überforderung keine Spur. Listig spielen hier junge Frauen mit einem Männer- Mythos. Rotten sich zu einem Chor wie aus einer griechischen Tragödie zusammen, dann sind sie gemeinsam der übermächtige und von Rache getriebene Kapitän Ahab. Zwischendurch wird mit viel feiner Ironie über diese Welt der Männer philosophiert und doch eine Gespür entwickelt für die ungeheure Härte des Walfänger- Daseins. Obwohl ständig in der Gruppe, gelingt es Ensemble und Regie, Individualitäten plastisch heraus zu spielen. Den weiteren Produktionen kann froh entgegen gesehen werden.

zur Inszenierung: 
Moby Dick